Knochenverankerte Hörgeräte (BAHA)

Nicht für alle Schwerhörigen eignen sich konventionelle Hörsysteme.

Für Patienten mit Ohrfehlbildung und Atresie des Gehörgangs (z. Bsp. Franceschetti-Syndrom, Thalidomid) mit einer chronichen Otitis media oder externa und die ein Luftleitungshörgerät wegen einer immer wieder auftretenden Ohrsekretion oder aber wegen akustischer Rückkopplung (Feedback) nicht tragen können, kommen knochenverankerte Hörgeräte in Frage.

Bei einem knochenverankerten Hörgerät handelt es sich um eine Sonderform eines Knochenleitungshörgerätes, bei dem die Schallenergie über einen elektromagnetischen Wandler direkt über eine im Warzenfortsatzknochen implantierte Titanschraube abgegeben wird. Sie fließt über die Knochenleitung direkt ins Innenohr. Das Hörgerät selbst ist an dieser Verankerung, nämlich der Titanschraube, die mit einem Aufsatz (abutment) durch die Haut nach außen ragt, über einen Bajonett- oder Schnappverschluß befestigt und kann leicht eingesetzt und wieder abgenommen werden.

Das System wird unter dem Namen BAHA (Akronym für Bone Anchored Hearing Aid) vertrieben. Es wurde in der Arbeitsgruppe um Tjellström, Håkansson und Carlsson in Göteburg (Schweden) entwickelt. Der erste schwerhörige Patient wurde dort 1977 mit einem Prototyp versorgt. Die Größe der Schalleitungskomponente spielt lediglich insofern eine Rolle, als daß der mit dem knochenverankerten Hörgerät erzielte Benefit (funktionelle Hörgewinn, Sprachverständlichkeit) sogar um so größer ist, je höher die Schalleitungskomponente.