Mein Herz-Projekt 2009 - 2019

Das Herz-Projekt wurde durch Heike Nörenberg 2009 initiiert. Seit nunmehr 10 Jahren fliegt die HÖRakustik Meisterin auf eigene Kosten nach Kampala (Uganda) in die „Ntinda School for the Deaf“. Dort arbeitet sie mit Sonderpädagogen der Ntinda-Schule und dem örtlichen Krankenhaus zusammen.

Das Uganda-Team arbeitet sehr engagiert. Das macht Heike Nörenberg stolz, denn es ist nicht immer einfach - die hohen Ansprüche für eine nachhaltige Hörgeräteversorgung vor Ort auch immer umzusetzen. Jedoch ist Ntinda inzwischen eine funktionierende Anlaufstelle für schwerhörige Kinder geworden. Aus allen Teilen Ugandas kommen schwerhörige Kinder, um sich Hörgeräte anpassen zu lassen. „Das erfüllt mein Herz, denn genau das war immer mein Ziel“, so Heike Nörenberg.

Es ist ein Hilfsprojekt mit echter Nachhaltigkeit. Ein Projekt was sich stets und ständig weiter entwickelt. Hörgeräte sind sehr wartungsintensiv. Ohne Nachkontrolle und fortlaufende Batterieausgabe würde es nicht funktionieren.
Rund 250 schwerhörige Kinder werden jedes Jahr mit Hörgeräten, individuellen Ohrstücken und Batterien direkt vor Ort versorgt und nachhaltig betreut. „Das Projekt läuft auch weiter, auch wenn ich nicht vor Ort bin“, freut sich die Meisterin aus dem mecklenburgischen Hagenow.

„Wir ermöglichen hochgradig schwerhörigen Kindern aus Uganda durch die Anpassung mit Hörgeräten den Weg in ein selbstbestimmteres Leben. Es ist ein ganz besonderer und sehr emotionaler Moment, wenn die Kinder nach Anpassung der Hörgeräte, das erste Mal ihre eigene Stimme hören. Das ist Gänsehautfeeling pur“.

Durch individuell auf den Hörverlust der Kinder angepasste Hörgeräte, erlernen auch hochgradig, schwerhörige Kinder mit Anleitung und Übung sprechen. Ohne Hörgeräte ist das nicht möglich und die Kinder erlernen dann in Uganda die Gebärdensprache. Kinder mit Hörbehinderungen werden ausgegrenzt. Sie leben am Rand der Gesellschaft, sind in Uganda oft ohne Ausbildung.

Warum sind Kinder in Ostafrika schwerhörig?

„Ich möchte euch diesen kleinen Jungen vorstellen. Er hat sich bis zum Alter von 2 Jahren völlig normal entwickelt. Maliik lautierte und er fing auch schon an, einzelne Wortgruppen zu sprechen. Alles bestens. Mit 2,5 Jahren bekam er dann Malaria. Die Ärzte gaben Maliik im Krankenhaus starke Antibiotika. Nach Abklingen der Malaria sprach Maliik auf einmal nicht mehr. Es wurde eine hochgradige Schwerhörigkeit festgestellt. Die Medikamente haben das Innenohr des kleinen Jungen stark belastet und somit vergiftet (toxischer Innenohrschaden).

Maliik hat von mir 2 neue Hörgeräte erhalten. Damit hat er die Chance seine Sprache wieder zu entwickeln. Die Eltern werden mit ihm üben. Er ist ein cleverer Junge. Viele Kinder werden u.a. auch nach Behandlung von Meningitis hochgradig schwerhörig.

Als ich Mallik die individuell programmierten Hörgeräte ansetzte, hielt er inne und lachte auf einmal los. Er hörte!!!

Ich hatte Gänsehaut und war überglücklich. Als Mallik dann „papapa“ nachsprach-weinte sein Vater vor Glück. Das war ein sehr emotionaler Moment. Oft werde ich gefragt, wie ich diese intensiven Erlebnisse verarbeite? „Es 'erdet' mich und macht mich dankbar, für das was wir hier in Deutschland haben und oft für selbstverständlich ansehen. Es berührt mich sehr, ich lebe seit dem bewusster und bin auch geduldiger...“

Mein Projekt hilft u.a. auch die Lebenssituation vor Ort zu verbessern. Wir spenden alles was zu einer Hörgeräteversorgung notwendig ist und wir spenden unser Wissen und Know-how. Ich trainiere die Sonderpädagogen und zeige Ihnen, wie Hörgeräte angepasst werden, wie Ohrstücke gefertigt werden und Reparaturen durchgeführt. Nachhaltigkeit ist sehr wichtig.
Ich liebe diese Kinder und mir ist es eine Herzensangelegenheit Ihnen mit Hörgeräten ein besseres, selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen. Weitere Infos und Fotos zum Projekt finden Sie hier.

Herzliche Grüße und vielen Dank,
von den Kindern der Ntinda-Schule in Kampala und
Heike Nörenberg, Hörgeräteakustik-Meisterin